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Bali ade – wie schnell fünf Wochen vergehen!?

Bali ade – wie schnell fünf Wochen vergehen!?

Ihr Lieben in der Heimat
Heute muss uns Regula bereits wieder verlassen und wir fliegen morgen zurück nach Thailand. Es waren fünf herrliche, unterhaltsame

Wochen, von denen wir jeden einzelnen Tag richtig genossen haben. Sowohl vom kulturellen, wie auch vom kulinarischen erlebten wir immer wieder Überraschungen. Von Ubud ging es per Taxi nach Seminyak, zurück an die Küste. Die Fahrt mit dem Taxi dauerte genau eine Stunde. Der Abschied von dem freundlichen Personal in Ubud fiel uns richtig schwer. Vielleicht aber auch darum, weil wir uns bewusst waren, dass jeder Abschied uns einen Schritt näher an den Abschied von Bali bringen würde. Das Hotel in Seminyak war dann das „erste, große Hotel“. Das Paragon verfügte über vier Gebäude mit je fünf Etagen. Zum Komplex gehörte ein riesiger Pool mit rund 35 m Länge. Direkt beim Check In bekamen wir ein Upgrade angeboten, da wir sechs Nächte blieben. So bewohnten wir zwei nebeneinander liegende Junior Suiten mit direktem Zugang zum Pool. Solch einen Luxus hatten wir auf der ganzen Reise noch nicht. Das Zimmer selbst war fast so groß, wie unsere Wohnung in Köln. Neben einem großen Doppelbett gab es eine Sitzecke, eine komplette Kochnische und eine zusätzliche Leseecke. Nicht zu vergessen den großen Schreibtisch und das Badezimmer, welches aus den drei Teilen: WC Bereich, Dusche, Wanne und Waschbecken bestand. Allerdings stellten wir schnell fest, dass dieser Luxus seinen Preis fordert. In den Regeln für den Pool stand u.a. dass die Zeiten der Nutzung von 7.00 bis 20.00 Uhr festgelegt sind. Natürlich hielten sich nur wenige daran. So ging der Krach vor unserem Zimmer oft schon gegen halb sechs los und endete erst gegen Mitternacht. Beschwerden verliefen meist im Sand. Auch hatten wir mit den Busladungen von Asiaten zu „kämpfen“, die nicht nur den Pool verstopften, sondern auch beim Frühstück wie die Heuschrecken über das Buffet herfielen. Ganz zu schweigen von der Lautstärke der Unterhaltung. Da sitzen sich sechs Frauen an einem Tisch gegenüber und schreien sich an, als müssten sie von der deutschen Seite des Bodensees sich mit der anderen auf der Schweizer Seite verständlich machen. Die dritte, vierte, fünfte und sechste stimmten dieser unverständlichen Unterhaltung in der gleichen Lautstärke zu. Manches Mal half es tatsächlich, wenn auch wir zwischendurch einen lauten Schrei ausstießen. Schlagartig war dann Ruhe und die Unterhaltung wurde in normaler Lautstärke fortgeführt. Leider kamen jeden Abend mindestens zwei Busladungen von Chinesen, Japanern oder Koreaner an. Erst, wenn sie am Morgen wieder abfuhren, kehrte (meist) Ruhe ein. In Seminyak machten wir dreimal herrliche Spaziergänge am Strand, wobei ich mir doch etwas „das Fell verbrannte“. Den Einen Tag liefen wir über drei Stunden bis hinunter nach Legian / Kuta. Dort genossen wir das Mittagessen in einer typisch asiatischen „Fressmeile“. Man deponiert an der Kasse auf einer Karte einen bestimmten Betrag, mit dem man an jedem der rund 30 Stände sich sein Mahl selbst zusammenstellt. Es gibt alle möglichen Köstlichkeiten aus den verschiedenen Regionen Asiens. Dazu kommen Saft und Getränkekioske, sowie Dessertmöglichkeiten. Danach lässt man sich an der Kasse den Restbetrag wieder auszahlen. Dieses System würde zu Hause bestimmt auch gut laufen.

Nach dem Essen lassen wir uns von einem Taxi nach Hause bringen. Allerdings brauchte dieses für die Strecke über eine Stunde, da der Verkehr so lebhaft war. Dieses Durcheinander des Verkehrs waren wir bisher nur von Vietnam gewohnt. Die Gehsteige waren von Mopeds überladen, fuhren hinter, vor und neben beiden Seiten des Autos, wie sie wollten. Erstaunlich, dass nicht mehr passiert.

In den sieben Tagen in Seminyak probierten wir manches Restaurant, landeten aber immer wieder im Warung Sobat und zum Mittagessen beim Italienischen Cafe. Beide haben tolle, frische Salate. Einige der Lokale sind einfach überteuert. So erlaubten wir uns im spanischen Tapasladen, wieder zu gehen, da wir in der Gesamtsumme locker auf 60 bis 80 Euro gekommen wären, für balinesische Verhältnisse ein enorm hoher Betrag, gleichbedeutend mit dem ein bis 1 ½ fachen Monatsgehalt eines Arbeiters. Ein „normales Essen“ kostete uns mit Getränken im Schnitt um die 5 bis 8 Euro.

So fiel uns der Abschied von Seminyak nicht schwer, wenn wir uns auch an den Luxus des Zimmers gewöhnen konnte. Die 20 km nach Nusa Dua kosteten mit dem Taxi 18 Euro. Der Verkehr war enorm. Wir kamen dabei auch an der Anlegestelle der Kreuzfahrtschiffe vorbei, wo wir vor ziemlich genau einem Jahr mit der Magellan lagen. Unser neues – und letztes – Hotel ernüchterte uns allerdings recht schnell. Die Außenanlage ist zwar recht schön und gepflegt, die Zimmer aber sehr dunkel und funktionell gehalten. So ist es nicht erstaunlich, dass wir nach der ersten Nacht gemeinsam überlegten, ob wir nicht ins nahe gelegene Ibis Style umziehen sollten. Allein die Tatsache, dass dann wieder ein halber Tag des Urlaubs „verloren ging“, ließ uns zum Entschluss kommen, zu bleiben. Da wir tagsüber ohnedies mehr unterwegs sein wollen, kann uns das Bett zum Übernachten auch nicht schrecken. Die Klimaanlage funktioniert, die Toilette kommt allerdings schon mal ins Wanken, wenn man nicht still sitzen bleibt. Dass die Dusche, trotz Duschvorhang mehr Wasser in die Umgebung abgibt, ist auch nicht die Katastrophe, zumal wir es ja nicht putzen müssen. Das Frühstück besorgen wir uns zum Teil im Supermarkt selbst. So können wir in den letzten Tagen trotzdem jeden Tag mit einem Highlight beginnen.

Jetzt sitze ich hier auf einer Liege am Strand von Legong in Benoa, beobachte das lebhafte Treiben auf dem dunkelblauen Meer und sehe Regula und Achim, wie sie sich im abgeteilten Bereich für Schwimmer im Wasser tummeln. Ein herrliches Bild des Friedens und der Ruhe, welches ich euch gerne genauer vermitteln würde. Diese Stimmung ist mehr ein Gefühl, welches von Herzen kommt und lässt sich darum schlecht in Worte fassen. Vor zwei Tagen haben wir unseren letzten, gemeinsamen Ausflug gestartet und uns den Kecuk Tanz im Tempel am Meer (während des Sonnenuntergangs) angesehen. Gestern gönnten wir uns einen ganz besonderen „Luxus“: wir kauften im Conrad by Hilton Hotel eine Tageskarte für die tolle Poollandschaft. Zusätzlich ergab es sich, dass wir einen Pavillion am Meer mieten konnten, in dem wir ein tolles Mittagessen genießen, auf asiatischen Sitzkissen das Treiben auf dem Meer beobachten, lesen oder Dösen konnten. Wir fühlten uns sauwohl. Auch die Regenwolken, die aufzogen und den Himmel verdunkelten, konnten uns nicht schrecken. Wir saßen schließlich im überdachten, kleinen Pavillion und konnten im Falle eines Regengusses einfach die Regenjalousie runterlassen. Der Pool unterteilte sich in mehrere Abschnitte, die eines gemeinsam hatten: sie waren so warm, dass man sich zu Hause in der Badewanne oder in den heiligen, heißen Quellen fühlen konnte, wenn man die Augen schloss. Auf der Terrasse im dritten Stock, mit herrlicher Aussicht auf das Gelände und das Meer, lud uns Regula noch zu einem leckeren „Sun Downer“ ein. Der leichte Regen, der dann einsetzte, konnte uns die gute Laune auch nicht mehr verderben. Heute macht sich Regula nun wieder auf den Weg, zurück in die kalte Schweiz. Wir fliegen morgen nach Thailand, wo wir vier weitere Wochen verbringen, bevor wir Mitte April in das (bis dahin hoffentlich) frühlingshafte Deutschland zurückkommen.

Es waren für uns alle fünf tolle Wochen auf Bali, voller toller Erlebnisse und Tage, die uns lange in Erinnerung bleiben werden. Wir hoffen sehr, dass es Regula möglich sein wird, diese innere Ruhe und Gelassenheit, die ihr Leben in der Zeit beeinflusste, zu Hause weiter zu führen. Wir bedanken uns von Herzen für die schöne Zeit.

Der nächste Blog wird dann wieder aus Thailand kommen, wo wir zunächst Ayuthaia besuchen wollen, was wir trotz über 20 Besuchen in dem herrlichen Land, bis heute noch nicht gesehen haben.

Wir grüßen euch ganz herzlich und hoffen, dass alle gesundheitlich wohlauf und fit sind.
Eure Weltenbummler, heute noch von Regula unterstützt, demnächst wieder „alleine unterwegs“.