Mittwoch 8 April 2020
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Und plötzlich wurde das Paradies zum Chaos

Ihr Lieben,
gerne hätten wir noch so viel tolles aus Goa berichtet, aber plötzlich ging es nur noch darum: wie kommen wir schnellstens

nach Hause. Jeder Inder, mit dem wir in Restaurants, am Taxistand oder am Strand in Kontakt kamen, wusste etwas Neues zu berichten. Während der erste berichtete, dass die Flughäfen geschlossen werden sollten und keiner mehr ein- oder ausreisen konnte, erzählte der Nächste, dass die Restaurants geschlossen werden sollten, da ohnedies die Saison zu Ende sei. Was dann tun? Wo sollten wir die nächsten drei Wochen bleiben?
Da über Skype das Telefonieren recht gut klappte, versuchte ich zunächst, unser Reisebüro in Köln zu erreichen. „Was glauben sie, was bei uns los ist. Ich habe eben eine Kundin vor mir sitzen, die gerne nach Indien fliegen würde, aber nicht einreisen darf. Sie wollen aus Indien raus, was wir momentan nicht buchen können. Sie müssen es am Montag erneut versuchen…“ „Haben sie eigentlich verstanden, dass ich aus Indien anrufe? Frau Greifer hat uns bereits eine Mail geschickt und uns zwei Plätze im Flieger am 19.03. angeboten. Diese Plätze möchte ich gerne bestätigen.“ „Gut, rufen sie am Montag wieder an. Dann ist auch unser Buchungsbüro wieder offen.“ Aufgelegt.  Als ich am späten Nachmittag dabei war das Tagebuch zu aktualisieren, fiel mir die Unglaublichkeit der Aussage ein. Auch samstags war fast jedes Reisebüro offen und man konnte Flüge buchen. Warum sollte es heute anders sein. So rief ich erneut in Köln an und hatte eine andere Mitarbeiterin am Apparat. „Moment, ich versuche unsere Buchungsstelle in Düsseldorf zu erreichen. Die schließt in wenigen Minuten… Ja, da ist noch jemand… Sie wollen die angebotenen zwei Plätze am 19.03. buchen?... Gut, sind für sie reserviert…“ Nachdem ich die Nummer meiner Kreditkarte durchgegeben hatte, bekamen wir umgehend die Zusage der Buchung gemailt und waren auf der sicheren Seite. Jetzt konnten wir die letzten Tage in Goa genießen. Und das taten wir. Wir gingen nochmals zum Friseur ( pro   Person für 2 €, inklusive 70 Cent Trinkgeld), kauften Gewürze, Kekse und Obst ein und gingen täglich lecker essen. In einem der Lokale fiel an einem Tag keine zwei Meter neben mir eine Kokosnuss vom Baum. Kein Wunder, dass in Indien jährlich mehr Menschen durch herabfallende Kokosnüsse, statt giftiger Schlangenbisse sterben. Keine der beiden Todesarten war für uns erstrebenswert.
Auch die täglichen Spaziergänge am Strand genossen wir jetzt doppelt und verlängerten sie, so weit es ging, ohne Achims Allergie gegen die Sonne zu sehr auszureizen. Wenn es schlimm wurde, nahm er abends eine der verschriebenen Tabletten. Bei unserem letzten Spaziergang war allerdings auffällig, wie schmutzig der Strand war. Kein Reinigungspersonal war mehr zu sehen, dafür Unmengen an Plastikmüll, vergammelten Badelatschen und Rucksäcken, Algen und toten Fischen.  Mit Wehmut nahmen wir Abschied von einem der schönsten Strände, die wir in Goa erleben durften. Auch einige der kleinen Lokale waren bereits geschlossen, Stühle, Liegen und Sonnenschirme abgeräumt. Ab dem 28.03. seien alle Lokale am Strand dicht, erzählte uns die Bedienung. Wie gut, dass wir am 19. abreisen konnten. Zurück in der Anlage, war unser Pool grün, statt blau. Das Wasser schien gekippt und damit das Gerücht bestätigt, dass seit gestern tatsächlich alle Pools in Goa geschlossen seien. Auch im Luxushotel nebenan hörte man nichts von dem sonst üblichen Plantschen und Schreien im Pool. Auch dort schienen alle abgereist.
So waren wir froh, als wir am 19.03. vom Taxi abgeholt und zum Flughafen gebracht wurden.
Das ergibt jedoch noch einen neuen blog, den wir aus der Sicherheit des eigenen zu Hause schreiben werden.
Herzliche Grüße, bleibt gesund
Eure Weltenbummler

Bearbeitet und Eingestellt Köln, 25.03.2020

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  • Letzte Änderung am Mittwoch, 25 März 2020 08:48

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