Liebe Wegbegleiter unserer Asienreise, liebe Freunde,
wie schnell doch die Zeit verfliegt. Drei von fünf Stationen in Indien sind "abgereist", zwei liegen noch vor uns. Eine der schönsten Stationen ist Agonda, welche wir auch vor fünf Jahren auf der Liste hatten. Allerdings erwaret uns auch da eine ganz andere Stimmung. Was vorher Natur und schöne Landschaft war, ist heute mit neuen Anlagen, Lokalen und Verkaufsshops zugepflastert. Das neue Simrose liegt direkt am Strand und besteht aus den abgebauten und hier neu errichteten Hütten des "alten Simrose". Als 2016 der Besitzer des Simrose verstarb,
wurde die Anlage in die "Simrose Gesellschaft" eingegliedert und ist jetzt Teil einer Gruppe, die auf Gewinn maximiert ist. Die vier Teile der Gesellschaft sind auf einzelne Anlagen konzentriert, die jede für sich möglichst viel Gewinn bringen soll. So gibt es ein "Spezial für Hochzeiten und Gesellschaften" mitten im Landesinneren. Da können bis zu 200 Zimmer angemietet werden. Unsere Anlage besteht aus rund 30 Bungalows und 20 Hotelzimmern, alles eng an eng. Das Restaurant am Strand bietet sich für Sonnenuntergänge und Grillfeste an.
Im Zimmer gibt es einen Schrank mit abschließbarem Fach für Wertsachen. Allerdings hat das mit "Sicherheit" wenig zu tun. Wir sind froh, zehn Tage nicht aus dem Koffer leben zu müssen und den größten Teil unserer Anziehsachen im Schrank deponieren zu können. Schräg gegenüber unseres Bungalows liegt ein kleiner Pool, der von 9 Uhr am Morgen bis 7 Uhr am Abend geöffnet ist. Das Wasser ist allerdings so kalt, dass ich nur an zwei Tagen in den Pool gehen kann und dann schon eine leichte Erkältung habe. Achim genießt die Erfrischung täglich, nachdem wir unseren zweistündigen Spaziergang am Strand hinter uns haben. Der Strand in Agonda ist kaum zwei Kilometer lang und hat je nach Gezeiten enorme Wellen zu bieten. Einige der Lokale kennen wir noch von unserem Besuch vor 5 Jahren. Zu unserer Freude gibt es auch noch die Schildkröten Schutz Anlage. Die Schildkröten kommen jedes Jahr und legen ihre Eier hier am Strand ab. Danach verschwinden sie wieder in die Meere dieser Welt. Das Personal der Schutziniziative gräbt die Eier vorsichtig aus und legt sie in geschützten Quatraten, duch Zäune abgetrennt und mit Datum und Eianzahl versehen im tiefen Sand ab, wo die Sonne dann den Rest des Brütens erledigt. Nach rund 40 Tagen schlüpfen die kleinen Schildkröten und begeben sich ins rund 10 bis 20 Meter entfernte Meer. Der Vorgang des Schlüpfens findet immer in der Nacht statt. Wenn man dann bedenkt, das aus diesen Gelegen von je 40 bis 160 Eiern nur 5% das Erwachsenenalter erreichen und alle anderen dem natürlichen Fraß zum Opfer fallen, ist das schon enorm.
Nachdem wir die Koffer ausgepackt haben und den ersten Spaziergang am Meer genossen haben, wollen wir zum Sonnenuntergang ins Restaurant des Simrose gehen und dort auch gleich das Abendessen zu uns nehmen. Wir finden auch einen Tisch in der 1. Reihe. Nach und nach werden alle Tische belegt. 8 Bedienungen wuseln durch die Gegend. Einer legt uns die Karte hin - und verschwindet wieder. Die Preise scheinen uns - im Vergleich zu den Stränden zuvor, recht gehoben. Mehrere Versuche, eine der Bedienungen zu stoppen scheitern. Die Gäste, die an den Tischen um uns herum später kamen, bekommen ihre Getränke serviert. Für uns interessiert sich nach 20 Minuten immer noch niemand. So stehen wir auf - und gehen. Gibt schließlich genug Auswahl hier in der Umgebung. Ich bedanke mich bei einem der Kellner im Vorbeigehen für den guten Service. Er schaut mich groß an und meint, er komme gleich zu uns. "Nicht nötig, es gibt genug Alternativen..." Tatsächlich liegt schräg gegenüber der Anlage ein Lokal. welches recht einladend aussieht - Fatima. Wir setzen uns und werden direkt sehr freundlich begrüßt. So erleben wir zwar nicht den direkten Sonnenuntergang am Meer, aber eine überaus zuvorkommende Bedienung. Das bestellte Essen ist zwar scharf, aber delikat. Das bestellte Hähnchen aus dem Tandoori (mein bisher einziger Versuch Fleisch zu bestellen)geht allerdings schief, da es so scharf ist, dass ich es nicht essen kann. Der Hund, welcher sich neben den Tisch setzt und mich mit treuen Augen hansieht, verputzt Stück für Stück das ganze Hähnchen. Von den Beilagen - Gemüse und Fritten, werde ich trotzdem satt, Und der Preis ist mit 15 € für alles mehr als zufriedenstellend. Für die meisten der zehn Abende entdecken wir das "Dun Hill", ein tolles Lokal, keine 100 m entfernt mit toller Fischkarte. Wir reservieren immer im Vorraus einen Tisch in der 1. Reihe und sitzen dann erhöht, um den Sonnenuntergang zu erleben.
Ein Tag verdient besonderer Erwähnung: Pad und Tony, ein englisches Ehepaar, welches wir vor 5 Jahren in Goa kennengelernt haben, kündigen ihren Besuch an. Sie kommen mit dem Bus und nehmen die beschwerliche Fahrt von über zwei Stunden auf sich, um uns zu treffen. Dabei ist zu beachten, dass Tony 86, Pad 84 Jahre alt sind. Unser Angebot, ihnen für die Rückfahrt das Taxi zu bestellen und zu bezahlen, lehnen beide wehemend ab. Schließlich hatten sie an der Bushaltestelle ihr Moped stehen, mit dem sie die letzten 1 1/2 km bis zum Hostel fahren wollen. es war ein vergnüglicher, unterhaltsamer Nachmittag, an dem wir zusammen sehr viel Spaß hatten. Leider hörten wir nichts mehr von den Beiden, machen uns aber nicht allzuviele Sorgen, da Tony an dem Nachmittag u.a. erzählt, dass er sein Handy vermutlich verloren hätte, er könne es nicht finden. Unsere WhatsApp bleibt jedenfalls bis heute unbeantwortet. Am Abend entdecken wir, dass Tony seinen Rucksack in unserem Bungalow vergessen hat. Das bestellte Tuk-Tuk war natürlich mit ihnen weg. So bleibt uns nichts anderes übrig, als ihnen mit dem Taxi zur zentralen Busstelle zu folgen. Das Taxi braucht 1/2 Stunde und wir erwischen die Zwei eben beim Einsteigen in den Bus. "Danke, aber es ist nichts Wichtiges im Rucksack. Wir sehen uns die nächsten Tage bestimmt erneut, dann hätte es auch noch gereicht..."
Als wir später ins Dun Hill kommen, sind alle Tische belegt. Kurzerhand holt unsere Bedienung aus dem Hintergrund einen Tisch, stellt den in den seitlichen Durchgang, zwei Stühle dazu, Tischdecke, Kerze und Servietten auf den Tisch - fertig. Strahlend begleitet er uns an den Tisch und nimmt unsere Bestellung entgegen. Das ist Service!!!
Im Verlauf der Wochen in Indien haben wir uns angewöhnt, nur ausgibig zu frühstücken und Abends ein üppigeres Dinner zu uns zu nehmen. Statt Mittagessen gibt es Obst oder Kekse. Im übrigen trinken wir jeder 2 bis 3 Liter Wasser. Da wir im Simrose mit Frühstück gebucht haben, nehmen wir den Service natürlich in Anspruch. Zum Abendessen gehen wir "fremd", obwohl sich eine der Bedienungen am 2. Morgen dafür bei uns entschuldigt, dass wir am Abend zuvor nicht bedient wurden. Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist...
Was noch erwähnt werden muss, sind die teils sehr aggresiven Methoden der Verkäufer. Am Strand kann man die armen Leute recht schnell und freundlich ablehnen. Schwieriger wird es an den Verkaufsshops an der Straße. "Warum kommt ihr nicht auch mal in meinen Shop?" "Was ihr da in der Tasche habt, hättet ihr bei mir auch kaufen können..." sind nur zwei Bemerkungen, bei denen uns schon mal der Kamm schwillt. Dem Hotel gegenüber gibt es einen Klamottenladen, deren Betreiber die Kunst des Verkaufens auf den Gipfel treiben und teils recht beleidigend werden. "Ich bin ein freier Mensch und bestimme selbst, wo und was ich einkaufe. Zu euch kommen wir bestimmt nicht", gibt ihm Achim zur Antwort, als er am zweitletzten Tag wieder recht dumm angequatscht wird.
So gehen die 10 Tage recht schnell um und wir erfreuen uns der täglichen Spaziergänge und den kullinarischen Genüssen jeden Abend.
Leider ist der Pool in den letzten Tagen von sehr vielen Kids bevolkert, die von Früh bis Spät ein lautes Geschrei von sich geben. Da sind wir froh, wenn wir vom Abendessen kommen und der Pool bereits geschlossen ist.
Unsere letzte Station in Indien führt uns an unseren Lieblingsstrand Palolem, im südlichen Teil Goas. Wir sind voller Erwartung, was sich dort alles geändert hat und was es. im Vergleich zu vor fünf Jahren überhaupt noch gibt. Soviel sei schon verraten: vom Hostel her wird es die größte Enttäuschung, alles andere wird eine tolle Zeit. Die letzten 16 Tage in Indien werden beides: Himmel und Hölle.
Herzliche Grüße und bleibt gesund. Haltet durch. Über WhatsApp erfahren wir, dass es auch zu Hause schon Tage mit bis zu 18° geben soll.
Eure Weltenbummler Gery & Achim
Unser Bungalow im Simrose.
Unser Bungalow im Simrose.
Unser Bungalow im Simrose.
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Abendstimmung am Agonda Beach.
Auch die Rinder kamen zum Sonnenuntergang zum Strand. Danach verstreuten sie sich wieder in alle Richtungen.
Ein Highlight: Abendessen am Strand bei Kerzenschein. Eine schönere Stimmung gabe es für uns nicht! Allein deshalb würden wir jederzeit wieder nach Goa reisen!
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Gemüse Tikka im Dunhill, nie mehr so köstliches bekommen, wie dort!
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Gelege von Wasserschildkröten werden überwacht.